Imperiales Ambiente – die Hofburg

Über 600 Jahre war die Hofburg – mitten im Herzen Wiens – nicht nur Zentrum des Habsburgerreiches, sondern vor allem auch Hauptresidenz der kaiserlichen Familie. Die ältesten Teile des komplexen Gebäudes stammen aus dem 13. Jahrhundert und wurden sukzessive erweitert – die „Alte Burg“ diente beispielsweise Feldmarschall Radetzky (1766-1858) als Wohnsitz. Kein einheitlicher Bau – wie viele andere Residenzen – zeichnen die Wiener Hofburg aus: Es handelt sich hierbei um ein im Lauf der Jahrhunderte entstandenes Denkmal, das sich heute wie ein Ensemble aus scheinbar zufällig zusammen gewürfelten Stilarten darstellt.


Der Burg-Charakter wurde trotz den zahlreichen Umbauten bewahrt – auch heute noch sind die hohen Fassaden, Tore und Durchgänge, sowie die durch schwere Eisengitter geschützten Fenster sichtbar. Einst als Residenz der großen Habsburg-Herrscher, dienen die Räumlichkeiten heute als Ausstellungssäle zahlreicher Museen (z.B. Sissi-Museum), als Veranstaltungs-Locations (beispielsweise für große Bälle) oder für die Österreichische Präsidentschaftskanzlei, dem Amtssitz des Bundespräsidenten.

 

Kaiserliches Wohnen

Genaue Aufzeichnungen geben Aufschluss über die damaligen Verwendungen der unzähligen Räumlichkeiten. Interessant dabei ist, dass nie die exakt gleichen Räume des Gebäudekomplexes für zwei Herrscher verwendet wurden. Stets wurde vom jeweiligen Nachfolger ein anderer Trakt oder zumindest ein anderes Zimmer zum Arbeiten und Leben bezogen. Unter Kaiserin Maria Theresia (1717-1780) – sie wurde im Rittersaal der Hofburg getauft – wurde der für die Wintermonate als Wohnbereich vorgesehene „Leopoldinische Trakt“ prächtig aber dennoch wohnlich adaptiert – vor allem die höheren Fenster, die nach Herzenslust weit geöffnet werden konnten, waren für die Kaiserin charakteristisch.


Geschichtsträchtiger Ort

Wichtige historische Ereignisse werden in einem Atemzug mit der Wiener Hofburg genannt. 1814/15 wurde beispielsweise der „Wiener Kongress“ abgehalten, der nach dem Sieg über Napoleon I. die Neuordnung Europas festlegte. Im „Leopoldinischen Trakt“ bestimmten die Habsburger über das Schicksal von 56 Millionen Einwohner Österreich-Ungarns. Ein weiterer Höhepunkt in der Hofburg war das Gipfeltreffen der Protagonisten des Kalten Krieges: Im Juni 1961 traf US-Präsident Kennedy den Sowjet-Führer Chruschtschow. Und 1969 war die britische Königin Elizabeth II. in der Hofburg auf Staatsbesuch.


Superlativ „Hofburg“

Die Winterresidenz der Habsburger umfasst ein Gesamtareal von 500.000 m². 18 Trakte mit 54 Stiegen, 19 Höfen und 2.600 Räumen sind inmitten der Bundeshauptstadt untergebracht. Die imperialen Prunkräume dienen heute teilweise auch als Kongresszentrum und wurden mit modernster Veranstaltungstechnik ausgestattet. Auf drei Ebenen – dem Parterre, dem Mezzanin und dem Dachfoyer – stehen somit 35 Räumlichkeiten für bis zu knapp 5000 Gäste zu Verfügung.