Die Tradition des Balls
Der „Alt-Neustädter Ball“ – besser bekannt als der „Ball der Offiziere“ – ist eine Veranstaltung mit langer Tradition. Menschen aus unterschiedlichen Gesellschafts-, Berufs- und Altersgruppen treffen einander immer wieder gerne zum geselligen Beisammensein. Die Uniformen aus aller Welt verdeutlichen die Einbettung des Bundesheeres und seiner Offiziere in der österreichischen Gesellschaft sowie der internationalen Gemeinschaft.
Organisiert wird der Ball jährlich von der Absolventenvereinigung Alt-Neustadt, ein „Verein“ also aller „Absolventen“ der Theresianischen Militärakademie, welche 1751 gegründet und in welcher 1752 der erste Unterricht aufgenommen wurde.
Geschichte
Das Motto "Kameradschaft bedeutet Freud und Leid zu teilen" gilt auch heute noch. Alt-Neustädter Kameraden, die einen nicht hängen lassen, die bereit sind mehr zu leisten und die auch Humor beweisen, wenn einem das Lachen vergehen könnte, waren jene Mitstreiter, die nach dem ersten Weltkrieg, trotz verheerender Lebensumstände, bereit waren, eine Vereinigung zu gründen. Eine Vereinigung, die ein Netzwerk darstellte, wo man sich austauschen konnte, Hilfe fand und so versuchte, neue, bessere Wege in eine ungewisse Zukunft zu finden. Sicher war es auch so etwas wie ein Refugium, wohin man sich zurückziehen konnte und im Kreise „gedienter“ Kameraden sich an schönere Zeiten erinnern durfte – ist es heute anders? Nein - und der Ball ist jährlich Abschluss und Auftakt dieses nie enden sollenden Austausches zwischen „alt“ und „jung“.
Seit 1926 laden die Offiziere des Österreichischen Bundesheeres zu ihrem Ball ein.
Von der Gesellschaft „Alt-Neustadt“ – einer Vereinigung von Absolventen der Maria Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt – organisiert, fand er dann unter der Bezeichnung „Ball der Neustädter Militärakademiker“ alljährlich bis 1938 in den Räumen der Wiener Hofburg statt.
Nach Wiedererlangung der Wehrhoheit Österreichs wurde auch die Tradition dieses „Alt- Neustädter Balles“ wieder fortgeführt. Bereits 1956 veranstaltete das Bundesministerium für Landesverteidigung gemeinsam mit dem Verein „Alt-Neustadt“ erstmals wieder einen Ball, diesmal aber in den Wiener „Sophiensälen“, einer ursprünglichen Schwimmhalle, die später in einen Tanzsaal umgewandelt werden konnte und vielen Generationen unbeschwertes Ballvergnügen bereitete.
Die in den 60er- und 70er-Jahren ständig steigende Besucherzahl – die immer häufiger werdenden Partnerschaften zwischen Kommanden und Verbänden des Bundesheeres sowie Industrie, Wirtschaft und Interessengemeinschaften trugen ebenfalls ihren Teil dazu bei - machte aber 1977 die Schaffung eines eigenen Ballkomitees und 1981 schließlich die Übersiedlung des Balles in die Wiener Hofburg notwendig.
Dieses Ballkomitee, das sich aus Offizieren des Bundesministeriums, des Militärkommandos Wien und der Absolventenvereinigung Alt-Neustadt zusammensetzt, leitet bis heute die Geschicke des Balles, wobei seine Aufgaben immer größer werden, da dieser Ball national, aber auch international immer größere Beachtung findet. Er ist heute ein Treffpunkt nicht nur der Offiziere des Österreichischen Bundesheeres und der Wiener Gesellschaft, sondern auch europäischer Politik und Wirtschaft.
Aufgrund der immer stärker werdenden internationalen Zusammenarbeit mit ausländischen Armeen finden sich auch immer häufiger Offiziere aus diesen Ländern als Ballbesucher ein, umsomehr, da seit einigen Jahren jeweils ein bestimmtes Nachbarland einen Teil des Jungdamen- und Jungherren-Komitees für die Balleröffnung stellt.
Gemeinsam mit Offiziersanwärtern der Theresianischen Militärakademie und Schülerinnen aus Wiens traditionellster Tanzschule Elmayer-Vestenbrugg tanzen sie die Eröffnung des Balles, für deren Choreographie ebenfalls diese Tanzschule verantwortlich zeichnet. Und unter der fachkundigen Anleitung wird auch die „Fledermausquadrille“ von allen Tanzbegeisterten um Mitternacht zelebriert, die nicht nur den Ausführenden, sondern auch den Zuschauern großes Vergnügen bereitet.
Für die musikalische Unterhaltung sorgen verschiedene national bekannte Tanz- und Showbands und vor allem im Festsaal auch das „Große Ballorchester“ und die „Tanzband“ der Gardemusik Wien.
Diese traditionsreichen klassischen Programmpunkte der Wiener Ballkultur führten dann dazu, dass unter anderem der Ball der Offiziere durch die UNESCO in die Liste des nationalen imateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde (siehe nachstehenden Artikel). Wenn auch durch politisches Ränkespiel diese Liste derzeit nicht aktiv ist, so bleibt das anerkannte Kulturerbe teil unserer Tradition.
Bericht im Bereich Aktuelles
Viel zu früh stimmt dann in den Morgenstunden der Solotrompeter der Gardemusik den „Zapfenstreich“ an, das Zeichen, dass wieder eine wunderbare Nacht und eine großartige Veranstaltung, nämlich der Ball der Offiziere, zu Ende ist.
Gäste
Heute ist der Ball der Offiziere nicht nur ein Treffpunkt der Wiener Gesellschaft, sondern auch der europäischen Politik, Wirtschaft und Society.
Waterloo ist stolz, ein Teil der Gäste zu sein.
Uniformen sind attraktiv, das bestätigt auch Tini Kainrath.
Laut Verteidigungsminister Norbert Darabos der beliebteste Ball in Österreich.
Auch internationale Gäste erfreuen sich am Ball der Offiziere, wie zum Beispiel Louis Morelli, ein Offizier der US Army